Frauenvereine erhalten die alte Handwerkskunst

Aufgrund meiner Vorliebe für Gegenstände mit Ethno-Motiven, bin ich während meines Serbienaufenthaltes auf Frauenvereine gestossen, die in eher dunklen und staubigen Räumen, die ihnen meist die Gemeinde zur Verfügung stellt, das alte Handwerk des Strickens, Webens und Nähens betreibt. Hier blühte mein Herz auf. Röcke, Taschen, Socken, Blusen....bestickt mit Blumen, die auf Trachten und traditionellen Kleidern zu finden sind....Trachten....und all das wird nocht wie in guten alten Zeiten, liebevoll von Hand hergestellt. Keine automatisierten Prozesse, keine Massenherstellung und keine Trends, die verfolgt werden.

 

Mehrere dieser Frauenvereine besuchte ich und bei allen sah ich das selbe....kreative Frauen, meist schon über 50, die voller Ideen sind. Jede von ihnen beherrscht ein Handwerk (Weben, Filz herstellen, etc.) und dieses zeigt sie den anderen Vereinsmitgliedern. Auch organisieren sie Kurse, in denen sie ihr Wissen weitergeben. Es ist ein grosses Anliegen, dieser Frauenvereine die alte Handwerkskunst an die neue Generation weiterzugeben. Denn nur so kann es weiter bestehen.

Ich finde Webstühle vor, ganz viel Garn, Fäden und Stoffreste. All dies liegt versträut in den, ein wenig staubigen Arbeitsräumen. Nebenan existiert meist ein herausgeputzter Showroom, in dem die Produkte den Besuchern voller Stolz präsentiert werden. Auf Märkten und Messen vertreten sie ihre Vereine und stellen ihre Produkte, mit dem Ziel durch deren Verkauf neue Arbeitsinstrumente für den Verein einzukaufen, aus. Die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinden ist meist klein. Die Kaufkraft in einem Staat, in dem der Durschnittslohn zwischen 400 und 500 euro liegt, Grenze nach unten offen, ist sehr gering. Zudem kosten auch hier handgefertigte Produkte mehr als die Massenware aus China. So arbeiten sie mit dem was sie zur Verfügung haben und erneuern ihre Werkzeuge und Werkstätte nur sehr langsam. Das wichtigste für sie alle ist aber die gemeinsam verbrachte Zeit, die gemeinsamen Erlebnisse und das Gelächter bei der Arbeit. Sehr sympathisch und inspirierend diese Frauen!

Während meiner Besuche kam mir die Idee diese Frauen in irgendeiner Form zu unterstützen. Denn ich finde prinzipiell, dass man kreative Köpfe unterstützen sollte. Sie treiben unsere Gesellschaft voran, bringen Neues hervor oder lassen uns das Alte nicht vergessen. Auf die Frauenvereine trifft das Letztere zu. So kam mir die Idee, diese Produkte im Westen anzubieten. Denn ich finde, dass der Westen schon vieles entdeckt hat, aber Osteuropa ist hier ein wenig zu kurz gekommen. Wir kennen zwar Vodka, Cevapcici oder Fetakäse, aber die alte Handwerkskunst, die im letzten Jahrhundert von den meisten Frauen beherrscht wurde, kennen wir nicht. Und sie wurde beherrscht, weil Mitgiftsgüter nicht im Laden gekauft, sonder von den Müttern hergestellt wurden. Und ohne Mitgift war es schwierig verheiratet zu werden.

 Die Frauenvereine und ich freuen uns, wenn wir euch mit diesen Produkten den Osten ein Stück weit näher bringen können. Auf den Produken, findet ihr jeweils die Angaben des Frauenvereins, der das Produkt hergestellt hat.

 

 

 

https://www.tutti.ch/inserent?id=6587388557975790456