Serbien ist das Land von morgen

 

Serbien ist das Land von Morgen....alles ist möglich, aber "morgen". 

Unabhängig davon welches Anliegen man hat, welche Dienstleistung man benötigt, welches Problem man hat....alles ist möglich, aber meist erst "morgen". Wobei morgen nicht ganz klar definiert ist.

Kreativität, Spontanität und Improvisationstalent ist überlebenswichtig, wenn man in diesem "Land von morge" (über-) leben möchte. Alles ist möglich, jedoch nur zum gegebenen Zeitpunkt. Verpasst man diesen, so muss man warten.... bis "morgen" ...wann auch immer dies sein soll.

 

Man erhofft sich bessere Zeiten. Damit ist insbesondere die wirtschaftliche Situation gemeint. Viel Hoffnung ist an Westeuropa gekoppelt. Der Anschluss an den Westen wird besseren Wohlstand bringen....jedoch nicht jetzt, aber vielleicht "morgen".

Lebt man abseits von den grossen Städte und hat zugleich kein Auto, dann ist man auf die Dorfläden angewiesen. Diese werden durch die Städte beliefert. Wenn Produkte ausgehen, dann hört man die Verkäuferinnen sagen; ..."das wird "morgen" geliefert." Wobei fairhaltshalber gesagt werden muss, dass dieses "morgen"  sehr nah am "morgen" vom Westen liegt.

Das "morgen" in Bezug auf Dienstleistungen hat hingegen eine sehr weite Definitionsspanne. Benötigt man die Hilfe von Handwerkern, Elektrikern, Bauarbeitern etc. so macht man oft die Erfahrung, dass der Begriff "morgen" ein sehr dehnbarer ist. Er ist so dehnbar, dass die Nerven überstrapaziert werden.

"Morgen" wird alles erledigt werden,  "morgen" wird das Waschmittel geliefert und "morgen" wird alles besser werden, weil Serbien das Land von morgen ist. Und um in diesem Land von "morgen" zu überleben, muss man zuversichtlich, kreativ und mit viel Improvisationstalent ausgestattet sein, um für "morgen" vorbereitet zu sein. Ich ziehe meinen Hut und habe grossen Respekt vor dieser Nation, die mit so viel Enthusiasmus und Humor dem "morgen" entgegenlacht.